Schreib alle Schulden auf eine Liste. Zahle überall die Mindestrate und steck jeden Extra-Euro in die teuerste Schuld. Und wenn es zu viel wird: Die Schuldnerberatung hilft – meist kostenlos.
Worum geht es?
Schulden entstehen selten auf einmal. Meistens ist es eine Mischung: ein , der nie ganz verschwindet, ein Handy auf Raten, eine Kreditkarte, vielleicht noch ein Autokredit. Jede einzelne Rate wirkt harmlos. Zusammen fressen sie aber jeden Monat einen großen Teil deines Geldes – und durch die Zinsen zahlst du am Ende deutlich mehr zurück, als du dir geliehen hast.
Das Gute: Schulden abbauen folgt einem einfachen Prinzip. Du musst nicht mehr verdienen und nicht auf alles verzichten. Du brauchst Überblick, eine Reihenfolge und Durchhaltevermögen. Und du bist nicht allein: In Deutschland gelten mehrere Millionen Erwachsene als überschuldet.
Diese Fragen solltest du klären
Woran merke ich, dass ich handeln muss?
Wenn dein Konto jeden Monat ins Minus rutscht, du nicht genau weißt, wie viel du insgesamt schuldest, du Raten mit neuen Krediten bezahlst oder Briefe lieber ungeöffnet lässt. Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt – nicht erst, wenn Mahnungen kommen.
Welche Schuld soll ich zuerst abbezahlen?
Am günstigsten ist die Schuld mit dem höchsten Zinssatz – meist Dispo oder Kreditkarte („Lawinen-Methode“). Wenn du eher Motivation brauchst, starte mit der kleinsten Schuld („Schneeball-Methode“). Wichtig ist vor allem, dass du überhaupt eine Reihenfolge hast.
Lohnt es sich, Schulden mit einem neuen Kredit abzulösen?
Nur, wenn der neue Kredit deutlich günstiger ist und du danach den Dispo nicht wieder füllst. Am besten lässt du nach der Umschuldung deinen Dispo-Rahmen bei der Bank senken.
Was passiert, wenn ich eine Rate nicht zahlen kann?
Melde dich so früh wie möglich beim Gläubiger und erkläre die Lage. Oft sind eine Stundung oder kleinere Raten möglich. Wer schweigt, riskiert Mahngebühren, Inkassokosten und einen negativen -Eintrag.
Kann ich auch mit kleinem Einkommen schuldenfrei werden?
Ja. Entscheidend ist nicht die Höhe des Einkommens, sondern ein realistischer Plan. Reicht das Geld wirklich nicht, kann die mit den Gläubigern einen Vergleich aushandeln oder dich durch die begleiten.
Ein Rechenbeispiel
Ein Dispo von 2.000 € mit 12 % Zinsen kostet dich rund 20 € jeden Monat – für nichts. So viel macht es aus, wie schnell du ihn zurückzahlst:
| Rückzahlung pro Monat | Schuldenfrei nach | Zinsen insgesamt |
|---|---|---|
| 20 € (nur die Zinsen) | nie | 240 € pro Jahr – für immer |
| 100 € | ca. 23 Monaten | ca. 240 € |
| 200 € | ca. 11 Monaten | ca. 115 € |
Jeder Euro, den du zusätzlich zurückzahlst, arbeitet sofort für dich: Er spart dir genau den Zins, den die Bank sonst bekommen hätte.
So gehst du Schritt für Schritt vor
- 1
Alle Briefe öffnen und sortieren
Leg einen Ordner an und öffne jeden Brief, auch die unangenehmen. Sortiere nach Gläubigern. Solange du nicht hinschaust, wachsen Mahngebühren und Zinsen weiter.
- 2
Eine Liste aller Schulden schreiben
Für jede Schuld vier Angaben: bei wem, wie viel noch offen ist, welcher Zinssatz gilt und welche Monatsrate fällig ist. Auch die 0-%-Finanzierung vom Fernseher und das Geld von der Schwester gehören dazu.
- 3
Neue Schulden sofort stoppen
Keine Ratenkäufe mehr, kein „später bezahlen“, die Kreditkarte bleibt zu Hause. Wer abbaut und gleichzeitig neu aufnimmt, schöpft mit einem Löffel aus einem Eimer, in den es hineinregnet.
- 4
Einen kleinen Puffer aufbauen
Leg 500 bis 1.000 € zur Seite, bevor du richtig Gas gibst. Sonst landet die nächste Autoreparatur wieder auf dem Dispo und du fängst von vorne an.
- 5
Die Reihenfolge festlegen
Überall die Mindestrate zahlen. Jeden Extra-Euro in eine einzige Schuld stecken – die teuerste oder die kleinste. Ist sie weg, wandert ihre ganze Rate auf die nächste.
- 6
Geld für die Tilgung finden
Verträge prüfen (Handy, Strom, Versicherungen), Abos kündigen, Dinge verkaufen, die du nicht brauchst. Und: die Steuererklärung machen – oft gibt es mehrere hundert Euro zurück.
- 7
Mit den Gläubigern sprechen
Wenn eine Rate nicht mehr geht: Melde dich, bevor die Mahnung kommt. Viele Gläubiger stimmen kleineren Raten oder einer Pause zu, wenn du ehrlich und früh bist. Vereinbarungen immer schriftlich festhalten.
Typische Fehler
- !
Nur die Mindestrate zahlen
Beim Dispo oder der Kreditkarte bezahlst du damit oft fast nur Zinsen. Die Schuld bleibt jahrelang gleich hoch.
- !
Neuer Kredit für alte Raten
Das verschiebt das Problem nur. Ausnahme: eine echte Umschuldung zu einem deutlich günstigeren Zins – und danach kein neuer Dispo.
- !
Briefe ungeöffnet liegen lassen
Mahngebühren, Inkassokosten und im schlimmsten Fall ein gerichtlicher kommen trotzdem – nur ohne dass du reagieren kannst.
- !
„Schuldenhelfern“ mit Vorkasse vertrauen
Seriöse Schuldnerberatungen verlangen kein Geld vorab. Finger weg von Anzeigen, die „schuldenfrei in 30 Tagen“ versprechen.
Wo du kostenlos Hilfe bekommst
Wenn du den Überblick verloren hast, wende dich an eine anerkannte Schuldnerberatung. Dort helfen dir Fachleute, eine Liste aufzustellen, mit Gläubigern zu verhandeln und – wenn nötig – den Weg in die Privatinsolvenz vorzubereiten.
- Caritas, Diakonie, AWO, Deutsches Rotes Kreuz – meist kostenlos
- Schuldnerberatung deiner Stadt oder deines Landkreises – meist kostenlos
- Verbraucherzentrale – teils gegen eine geringe Gebühr
Vor deiner Entscheidung
Hak ab, was du schon erledigt hast. Dein Stand bleibt nur auf diesem Gerät gespeichert.
Stand: November 2026. Gesetzliche Werte werden regelmäßig angepasst – maßgeblich sind die offiziellen Stellen.
- Verbraucherzentrale: Schulden & Insolvenz
- Schuldnerberatung finden (meine-schulden.de)
- SCHUFA: Selbstauskunft
Fehler entdeckt? Schreib mir – ich korrigiere es schnell.

Hat dir das geholfen?
Wenn dir diese Seite geholfen hat, unterstütze mich mit einem Abo. Es kostet dich nichts – und hilft mir, noch mehr kostenlose Inhalte zu machen.